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Locker, direkt, überraschend – Ein Mitglied des Deutschen Bundestages als Gast

„Dass der so locker war. Ich dachte, da kommt jetzt jemand mit Anzug und Krawatte.“
„Wir durften ihn duzen.“
Mit diesen beiden Reaktionen fassten Annika und Nathalie Schülerinnen des Jahrgangs 10 ziemlich gut zusammen, was sie in der ersten Minute über Benedikt Büdenbender gelernt hatten – Mitglied des Deutschen Bundestages und an diesem Tag Gast an unserer Schule.

Begrüßt wurde er von Moderator Jonas mit einem Augenzwinkern: „Schön, dass Sie den Weg ins richtige Salchendorf gefunden haben.“

Schon in der kurzen Aufwärmrunde zeigte sich, dass der Besuch nicht steif oder distanziert werden würde. Sprachnachricht oder Textnachricht? Seine Antwort „Textnachricht – meistens leider zu lang.“ ließ Herr Mehl nur stöhnen.
Welches Schulfach würden Sie abschaffen? – „Kunst.“ Auf leichte Entrüstung aus dem Publikum folgte prompt die Erklärung: „Aber nur, weil ich da wirklich schlecht drin war.“

Neunkirchen-Salchendorf oder Netphen-Salchendorf? – Hier entschuldigte sich der Gast direkt, entschied sich aber glasklar für zweiteres, seinen Heimatort.

Der Anlass des Besuchs: der Europatag, an dem Bundestagsabgeordnete traditionell Schulen in ihrem Wahlkreis besuchen, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

In den Wochen vor dem Besuch hatten sich alle drei Klassen des Jahrgangs 10 intensiv vorbereitet – im Rahmen des Demokratietags und im GL‑Unterricht. Auf dem Arbeitsplan standen Themen wie die Europäische Union, der deutsche Sozialstaat, das Wahlprogramm der CDU und natürlich auch Benedikt Büdenbender selbst. In den 90 Minuten vor der Veranstaltung ging es dann darum, den eigenen Mitschülerinnen und Mitschülern der anderen beiden Klassen den eigenen Arbeitsstand zu präsentieren. Dafür wurden Poster vorgestellt, Grafiken ausgewertet und sogar ein eigens von Frau Herding vom Standort Burbach entwickelter Chatbot namens „Herr Bodenbender“ befragt, der geduldig politische Fragen zum Bundestagsalltag beantwortete und für einige Lacher sorgte.

Neben Jonas führten auch Lucia, Maximilian und Nathalie durch das Programm, unterstützt von Tamara an der Technik.

Das Ziel der Aktion: den politischen Alltag greifbar machen und Jugendlichen ermöglichen, direkt mit einer Person aus dem Bundestag ins Gespräch zu kommen – ohne Filter, ohne lange Wege, ohne komplizierte Formate.

Benedikt Büdenbender, seit etwas mehr als einem Jahr Mitglied der CDU‑Fraktion, berichtete zunächst kurz aus seinem Arbeitsalltag. Danach wurde es ernst: Die Moderation konfrontierte ihn mit Zahlen und Fakten, unter anderem zur Umweltpolitik der aktuellen Bundesregierung. So hakte Maximilian beim Thema Verbrennerausstieg mehrfach nach, während Nathalie ihn zur aktuellen Rechtsprechung ausquetschte.

Im Anschluss stellte sich der Abgeordnete den direkten Fragen aus dem Publikum. Die Themen reichten von Migrationspolitik („Wie stehen Sie dazu, dass in den nächsten drei Jahren rund 80 % der Syrer ausgewiesen werden sollen?“) über Naturschutz („Wie stehen Sie zur Rückkehr des Wolfs?“) bis hin zu Europa und Jugendbeteiligung („Können Sie verstehen, dass sich nur etwa ein Drittel der jungen Menschen von Europa repräsentiert fühlt?“).

Levi brachte es später auf den Punkt: „Der hatte ja echt auf jede Frage eine Antwort.“

Nach rund 45 Minuten auf der Bühne gab es noch ein gemeinsames Abschlussfoto und für jeden eine Tasche mit Bundesadler und Informationsmaterial gefüllt. Dann ging es für Büdenbender direkt weiter – zum zweiten Standort in Burbach, den er am selben Tag ebenfalls besuchte.

Ein kurzer Besuch, viele Eindrücke – und für die Zehntklässler*innen ein direkter Blick darauf, wie Politik aussehen kann, wenn man ihr einmal ganz nah kommt.